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Imani Thompson - Honey

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  REZENSION Eigenerwerb Honey hat mich vor allem wegen seiner Hauptfigur Yrsa beschäftigt. Sie ist keine Figur, die man einfach mögen oder nicht mögen kann. Ich konnte ihre Wut und ihre Frustration an vielen Stellen verstehen – besonders ihren Blick auf den Umgang mit Frauen und auf die Erfahrungen, die sie als POC macht. Gleichzeitig wird im Laufe der Geschichte immer deutlicher, wie gefährlich es werden kann, wenn aus nachvollziehbarer Wut ein Bedürfnis nach Vergeltung wird. Besonders spannend fand ich dabei Yrsas Entwicklung. Was zunächst wie ein impulsiver Moment wirkt, setzt etwas in ihr frei. Sie entdeckt, dass Gewalt ihr ein Gefühl von Kontrolle gibt, und beginnt, ihre Handlungen immer stärker vor sich selbst zu rechtfertigen. Ihre akademische Auseinandersetzung mit Rassismus, Sexismus und Gewalt fließt dabei immer wieder in ihre Gedanken ein. Das fand ich interessant, weil Theorie und Realität bei Yrsa zunehmend miteinander verschwimmen. Überhaupt hat mir gefallen, dass Ho...

Caro Claire Burke - Yesteryear

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  REZENSION Eigenerwerb Rezension zu Yesteryear Auf Yesteryear habe ich mich unglaublich gefreut. Die Beschreibung ließ mich eine Geschichte erwarten, in der eine moderne Tradwife-Influencerin mit der Realität vergangener Zeiten konfrontiert wird und erkennen muss, wie hart und einschränkend das Leben damals tatsächlich war. Diese Geschichte habe ich allerdings nicht bekommen. Das wäre für mich noch kein Problem gewesen. Bücher dürfen überraschen und andere Wege einschlagen. Leider konnte mich auch die Geschichte, die stattdessen erzählt wurde, nicht wirklich überzeugen. Natalie wird zunächst als tief religiöse Frau eingeführt, die traditionelle Werte vertritt und scheinbar vollkommen in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter aufgeht. Durch Rückblenden lernen wir sie als junge Studentin kennen, die sich von ihren Altersgenossinnen entfremdet fühlt und deren moderne Lebensweise ablehnt. Ihre Beziehung zu Caleb entwickelt sich schnell, und zunächst hatte ich das Gefühl, dass die Geschic...

Andreas Winkelmann - Moorland : Die Zwilling

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  REZENSION Eigenerwerb 'Moorland – Die Zwillinge' von Andreas Winkelmann wurde mir auf der Leipziger Buchmesse empfohlen, als ich zufällig in einer Lesung des Autors gelandet bin. Die Handlung klang so spannend, dass ich sofort wissen musste, wie es weitergeht – und genau dieses Gefühl hat sich durch das ganze Buch gezogen. Schon der Anfang war unglaublich packend und die Spannung blieb bis fast zur letzten Seite konstant hoch. Besonders gefallen hat mir, dass man gemeinsam mit der Ermittlerin miträtseln konnte, weil es so viele Geheimnisse, Wendungen und verdächtige Personen gab. Ich hatte wirklich lange keine Ahnung, wer der Täter sein könnte. Genau das hat den Thriller für mich so stark gemacht. Erst in den letzten Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass das Geheimnis etwas künstlich hinausgezögert wurde, um die Auflösung möglichst lange geheim zu halten. Trotzdem hat die Ermittlungsarbeit beim Lesen sehr viel Spaß gemacht. Auch die Atmosphäre des Buches war richtig gelunge...

Jan Beck - Dorn Zimmer 203

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  REZENSION Rezensionsexemplar Ich habe Dorn Zimmer 203 von Jan Beck innerhalb von sechs Tagen verschlungen – das Buch hat mich wirklich komplett gepackt. Besonders das zentrale Thema rund um Künstliche Intelligenz fand ich unglaublich spannend. Die Möglichkeiten, die im Buch aufgezeigt werden, sind faszinierend, gleichzeitig aber auch beunruhigend, weil sie gar nicht so weit von unserer Realität entfernt wirken. Vor allem die Fragen nach dem moralischen Kompass einer KI und den möglichen Konsequenzen haben mich sehr beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. Genau diese Mischung aus Faszination und unterschwelliger Angst macht für mich einen großen Teil der Atmosphäre aus. Auch die Mordfälle waren extrem fesselnd – vor allem durch ihre psychische Brutalität. Ich hatte wirklich bis zum Schluss keine Ahnung, in welche Richtung sich die Auflösung entwickeln würde, was die Spannung konstant hochgehalten hat. Allerdings hat mir der klassische Ermittlungsaspekt etwas gefehlt. Die Arb...

Romy Fölck - Fünf Fremde

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  REZENSION Eigenerwerb Romy Völks 'Fünf Fremde' hat mich von der ersten Seite an in eine beklemmende, düstere Welt entführt. Diese kleine, sturmumtoste Insel wurde so greifbar, dass ich die Einsamkeit und die bedrohliche Stimmung förmlich spüren konnte.  Was dieses Buch für mich so außergewöhnlich gemacht hat, war die konstante Spannung: Mit jedem Kapitel tauchten neue Fragen auf, die meine Theorien immer wieder über den Haufen warfen. Die Rückblenden waren geschickt platziert und haben die Geheimnisse nach und nach enthüllt, ohne zu viel zu verraten.  Die Vielzahl an Charakteren und deren Geschichten hat mich gefordert, doch gerade das hat das Rätsel umso facettenreicher gemacht. Es hat mir großen Spaß gemacht, mitzufiebern, Theorien zu spinnen und am Ende doch überrascht zu werden. Besonders der Nervenkitzel um die zwei Kinder hat das Ganze emotional aufgeladen.  Für mich war das ein fesselnder Thriller, der bis zur letzten Seite mitreißt. Für Thriller-...

Kyra Groh - The Iced Caramel Coffee Agreement

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  REZENSION Eigenerwerb Ich bin ehrlich: Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil mich dieses Buch einfach komplett begeistert hat. Iced Caramel Coffee Agreement ist für mich ein unglaublich wholesome, tiefgehendes und gleichzeitig heilendes Buch. Besonders berührt hat mich, wie sensibel und authentisch die emotionalen Themen verarbeitet wurden. Beide Protagonisten tragen ihr eigenes Päckchen mit sich herum und werden im Laufe der Geschichte immer wieder damit konfrontiert. Dabei geht es aber nicht um eine klassische „Du rettest mich“-Dynamik – und genau das fand ich so stark. Sie inspirieren sich gegenseitig, stoßen Heilungsprozesse an, aber die eigentliche Entwicklung passiert aus ihnen selbst heraus. Eleanore ist dabei für mich eine absolute Herzensfigur. Sie ist keine typische Romanheldin, sondern wirkt wie eine Frau aus dem echten Leben: Sie trägt eine Brille, ist größer als die Norm und fühlt sich oft unsicher in ihrem eigenen Körper. Gerade zu Beginn hat sie das Gef...

Nora Burgard-Arp und Marlene Borchardt - Essen und Essen lassen

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  REZENSION Rezensionsexemplar Ich habe mein ganzes Leben lang Kommentare über mein Essverhalten bekommen – mal subtil, mal ganz direkt. Und ich habe das Gefühl, dass es mit dem Älterwerden eher mehr wird als weniger. Das hat etwas mit mir gemacht. Schon immer. So sehr, dass ich heute oft ungern vor Menschen esse, die ich nicht wirklich gut kenne. Vielleicht hat mich genau deshalb Essen und Essen lassen von Nora Burgard-Arp und Marlene Borchardt so berührt. Das Buch setzt genau hier an: bei der ständigen Kommentierung von Essen – und dem, was sie in uns auslöst. Dabei bleibt es aber nicht bei individuellen Erfahrungen oder klassischen Krankheitsbildern wie Bulimie oder Anorexie. Stattdessen öffnet es den Blick für ein größeres Ganzes: für gesellschaftliche Strukturen, kulturelle Prägungen und politische Hintergründe. (Das Patriarchat lässt grüßen.) Es geht um die Frage, warum wir überhaupt so über Essen sprechen, wie wir es tun. Warum wir glauben, uns Genuss verdienen zu müs...

Ken Follett - Stonehenge

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  REZENSION Eigenerwerb Ken Follett gelingt es wie kaum einem anderen Autor, sofort eine besondere Atmosphäre zu erschaffen. Schon nach wenigen Seiten habe ich mich mitten in dieser fremden, urzeitlichen Welt wiedergefunden und konnte direkt abtauchen. Die Kulisse und die Stimmung sind unglaublich lebendig beschrieben. Besonders interessant fand ich die Handlung rund um die Entstehung von Stonehenge. Die Idee, diesen berühmten Ort in eine epische Geschichte einzubetten, hat mich sehr fasziniert. Sehr gut gefallen haben mir außerdem die drei zentralen Bevölkerungsgruppen, ihre unterschiedlichen Lebensweisen und das komplexe Miteinander – oder Gegeneinander – zwischen ihnen. Diese Dynamik war spannend und hat dem Roman viel Tiefe gegeben. Insgesamt habe ich das Buch als sehr interessant und moderat spannend empfunden. Allerdings hatte es für mich nicht ganz den gleichen Sog wie andere Werke von Follett. An manchen Stellen gab es spürbare Längen, wodurch das Tempo etwas verloren gin...

Daniel Donskoy - Brennen

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  REZENSION Eigenerwerb Brennen hat mich vor allem über seinen Stil abgeholt. Der Text ist stellenweise laut und schnell, dann wieder ruhig, weich und traurig. Diese Wechsel haben sich für mich sehr stimmig angefühlt und mich gut durch das Buch getragen. Die vielen Zeitsprünge und die fragmentarische Erzählweise haben mir gefallen. Es wirkt chaotisch, aber auf eine bewusste Art – frisch, lebendig und sehr passend zu Daniel Donskoy. Die einzelnen Geschichten sind mal witzig, oft skurril und dann wieder unerwartet traurig und nachdenklich. Besonders mochte ich, wie selbstverständlich Euphorie und Tiefe nebeneinanderstehen. Das fühlte sich nicht konstruiert an, sondern ehrlich, wie das echte Leben. Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn mich nicht jede Szene gleich stark berührt hat.

Ferdinand von Schirach - Der stille Freund

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  REZENSION Geschenk Ich liebe den weichen, unaufgeregten Schreibstil von Ferdinand von Schirach. Dieser feine, zurückhaltende Ton, der nichts erklärt und doch so viel sagt. Auch in Der stille Freund entfaltet er genau diese Wirkung. In diesem Band erzählt Schirach mehrere Kurzgeschichten, und jede von ihnen klingt, als hätte er sie selbst erlebt. Sie wirken nah, persönlich, beinahe dokumentarisch – und gerade dadurch so eindringlich. Jede einzelne Geschichte hallt nach, auf ihre ganz eigene Weise. Die Erzählungen sind überwiegend traurig, oft machen sie wütend, manchmal auch fassungslos. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – zeigen sie, wie lang und voll ein Leben sein kann. Wie viel sich in scheinbar kleinen Momenten entscheidet, wie viel Ungesagtes zwischen Menschen steht und wie sehr Schuld, Zufall und Einsamkeit miteinander verwoben sind. Der stille Freund ist kein Buch, das man einfach zur Seite legt. Es bleibt. Still, aber hartnäckig.

Kyra Groh - Fake Dates and Fireworks

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  REZENSION Geschenk Ich liebe das Enemies to Lovers -Trope und war deshalb unglaublich gespannt auf dieses Buch. Die Prämisse mit dem Vertrag, sich ausschließlich zu Silvester zu treffen, hat mich sofort neugierig gemacht – genauso wie der Klappentext. Frischer Wind im Romance-Genre? Absolut. Zu Beginn ging mir Becca ehrlich gesagt etwas auf die Nerven, weil ich sie als naiv wahrgenommen habe. Doch je weiter ich gelesen habe, desto klarer wurde mir, wie schwer es ist, toxisches Verhalten zu erkennen, wenn man selbst mittendrin steckt und verliebt ist. Genau darin liegt für mich eine der zentralen Aussagen des Buches. Ab diesem Punkt habe ich Becca immer besser verstanden – und mich teilweise sogar selbst in ihr wiedergefunden. Besonders gefallen haben mir die ernsten Themen, die nicht nur zum Mitfühlen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Der Umgang mit dem Thema Therapie war sensibel und wohltuend dargestellt. Gleichzeitig überzeugt das Buch mit Humor, der mich immer wieder zu...

Julie Caplin - Christmas on Fith Avenue

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REZENSION Eigenerwerb Christmas on Fifth Avenue hat mir sehr gut gefallen – besonders das stimmungsvolle, weihnachtliche Setting in New York, das sofort für Wohlfühlatmosphäre sorgt. Die Enemies-to-Lovers-Handlung ist charmant umgesetzt, und beide Protagonist:innen waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Ihre Neckereien sind herrlich amüsant und haben mich oft schmunzeln lassen. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte ist gut nachvollziehbar, warmherzig und einfach unglaublich süß. Zwar gibt es ein paar kleine Logikschwächen, über die ich aber problemlos hinwegsehen konnte, da sie den Lesespaß kaum beeinträchtigen. Aktuell ist das Buch nur auf Englisch erhältlich, lässt sich aber sehr gut und flüssig lesen. Auch ohne perfektes Englisch kommt man problemlos durch die Geschichte, da der Schreibstil einfach, klar und sehr zugänglich ist. Insgesamt ist es ein leichtes, herzerwärmendes Buch, das sich wunderbar lesen lässt und perfekt in die Weihnachtszeit passt – ideal für gemütliche St...

E.Lockhart - We were liars (Solange wir lügen)

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 REZENSION Eigenerwerb Im Sommer habe ich ganz nichtsahnend die Serienverfilmung auf Amazon gesehen – und war sofort begeistert. Eine unglaublich gute Serie: dramatisch, emotional, mit einer Wendung, die einem das Herz zerreißt. Ich war wirklich beeindruckt. Danach wollte ich unbedingt das Buch lesen – einerseits, um die Unterschiede zu sehen, und andererseits, um anschließend auch die Folgebände zu lesen. Das Buch selbst fällt durch seine kurzen, fast schon unterkühlten Kapitel auf. Jede Erinnerung ist knapp gehalten, was die Spannung enorm steigert. Die Handlung entwickelt sich langsam und wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Nur nach und nach kommt man dem Geheimnis auf die Spur – und genau das macht den Reiz aus. Da ich die Geschichte durch die Serie schon kannte, hat mich das Buch nicht ganz so umgehauen. Im Vergleich ist die Serienadaption deutlich dramatischer und emotionaler umgesetzt. Dafür haben mich im Buch einige kleinere Momente umso mehr berührt – gerade, ...

Reese Witherspoon/Harlan Coben - Ohne ein letztes Wort

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  REZENSION Eigenerwerb Da ich bisher noch kein Buch von Harlan Coben gelesen habe, war ich besonders gespannt auf die Zusammenarbeit mit Reese Witherspoon als Ideengeberin. Der Klappentext klang vielversprechend – eine brillante Chirurgin, medizinische Intrigen, KI und Korruption – all das klang nach einem spannenden Psychothriller. Allerdings hat es für mich recht lange gedauert, bis die Handlung wirklich in Fahrt kam. Der Anfang zieht sich und der Spannungsbogen baut sich erst ab der Mitte spürbar auf. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass das Buch zu viel wollte: medizinische Details, technische Themen rund um künstliche Intelligenz, persönliche Tragödien und politische Machenschaften – alles auf knapp 300 Seiten. Das war mir manchmal einfach zu viel des Guten. Obwohl die Idee rund um die Ärztin, die plötzlich mitten in ein Netz aus Lügen und Verschwörungen gerät, sehr interessant war, blieb ich als Leserin häufig verwirrt zurück. Die Auflösung erfolgt nur schrittweise, und...

Rebecca Yarros - Variation

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  REZENSION Eigenerwerb Als ich gelesen habe, dass es in diesem Buch um eine Balletttänzerin geht, war für mich sofort klar: Das muss ich lesen. Ich liebe Ballett – und wie sehr mir das eigene Tanzen fehlt, ist mir beim Lesen wieder richtig bewusst geworden. Ballett ist hier nicht nur ein hübsches Beiwerk, sondern tief in die Geschichte verwoben – und das fand ich wunderschön. Die Beschreibungen der Routinen, des Trainings, der Kompanien, der Schuhe – einfach alles war so lebendig, dass ich den Klang der Spitzenschuhe beinahe hören konnte. Gleichzeitig zeigt Rebecca Yarros aber auch die Schattenseiten: die hohe Verletzungsgefahr, das stundenlange Training, den enormen körperlichen Druck und die strengen Erwartungen, die mit diesem Leben einhergehen. Die Story selbst hatte für mich totale 2000er-Liebesfilm-Vibes – eine tragische Familiengeschichte, viele Geheimnisse und eine verborgene Wahrheit, die zwei Liebende trennt. Die Handlung ist wunderschön aufgebaut, mit viel Spannung, d...

Mairi Kidd - The Specimens

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  REZENSION Eigenerwerb Wenn mich eine historische Begebenheit begeistert, kann ich mich völlig darin verlieren. Dann recherchiere ich alles bis ins kleinste Detail, lese, schaue Dokus, und möchte einfach alles wissen. Wären meine Schulstunden damals so gestaltet gewesen, hätte ich wahrscheinlich nur Einser geschrieben. Genau so ging es mir im Urlaub in Edinburgh: Dort bin ich auf die Geschichte der Westport-Morde gestoßen – also die von William Burke, William Hare und Dr. Robert Knox . Kurz zusammengefasst: Burke und Hare waren zwei irische Einwanderer im frühen 19. Jahrhundert, die in Edinburgh lebten. Da damals großer Bedarf an Leichen für den anatomischen Unterricht bestand, begannen sie zunächst, Verstorbene an den Anatomen Dr. Knox zu verkaufen. Doch bald reichte das nicht mehr – und sie begannen, Menschen zu ermorden, um deren Körper zu Geld zu machen. Insgesamt fielen ihnen mindestens 16 Menschen zum Opfer, bevor sie aufflogen. Burke wurde 1829 hingerichtet, Hare kam dur...

Ali Hazelwood - The Love Hypothesis

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  REZENSION Eigenerwerb Ich bin ein riesiger Fan von Ali Hazelwood, auch wenn ich ihre Bücher leider erst recht spät für mich entdeckt habe. Vor kurzem begannen die Dreharbeiten zur Verfilmung von Love Hypothesis und der Hype darum hat mich so angesteckt, dass ich mir das Buch sofort kaufen und lesen musste – obwohl der Film erst nächstes Jahr erscheinen wird. Und was soll ich sagen: es war genauso wunderbar, wie ich es mir erhofft hatte. Besonders toll finde ich, dass die Charaktere Wissenschaftler:innen sind und das Buch komplett im STEM-Bereich spielt. Das ganze Wissenschafts- und Akademie-Setting sorgt für eine erfrischende Abwechslung und die Protagonisten sind nicht nur liebenswert, sondern auch klug und reflektiert. Wie man es von Hazelwood kennt, gibt es die typischen Romance-Tropes, die hier perfekt umgesetzt sind: Fake Dating , Slow Burn und Academia . Dazu kommt eine Spicy Scene – stilvoll, gefühlvoll und heiß beschrieben – diesmal allerdings nur eine. Das hat für mi...

Caroline Wahl - Die Assistentin

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  Eigenerwerb Für mich war Die Assistentin leider eine echte Enttäuschung. Ich musste mich regelrecht durch das Buch quälen. Schon der Schreibstil hat mich von Anfang an abgeschreckt: konfus, abgehackt, voller Wiederholungen. Es wirkte, als wären die Gedanken einfach unüberarbeitet niedergeschrieben – eher wie hastige Notizzettel als ein flüssiger Roman. Einen echten Lesefluss gab es nicht, stattdessen ständige Wiederholungen, die nur genervt und den Text zäh gemacht haben. Dazu kommt, dass Ereignisse immer wieder frühzeitig angeteasert werden. Statt Spannung aufzubauen, nahm mir das komplett die Lust am Weiterlesen – wieso weiterlesen, wenn einem ohnehin schon verraten wird, wie es weiter- oder sogar ausgeht? Verstärkt wurde das Ganze noch durch eingestreute Kommentare, die eher so wirkten, als würde die Autorin selbst dazwischenfunken. Für mich hatte das nichts Literarisches. Auch die Protagonistin Charlotte konnte mich in keiner Weise abholen. Sie blieb für mich unsympathisch, ...

Eva Reisinger und Mareike Fallwickl - Das Pen!smuseum

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  REZENSION Rezensionsexemplar Selten hat mich ein Buch so begeistert wie Penismuseum . Schon nach wenigen Seiten wusste ich: Das will – und werde – ich nicht nur einmal lesen. Eva Reisinger und Mareike Fallwickl gehören ohnehin zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre feministische Stimme, ihr scharfer Humor und ihre klare Haltung ziehen mich immer wieder in den Bann. Dass ein gemeinsames Projekt der beiden ein Volltreffer wird, war fast klar – und doch haben sie mich komplett aus den Socken gehauen. Das Buch erzählt in miteinander verwobenen, kürzeren Geschichten, was passiert, wenn Frauen nicht mehr das tun, was das Patriarchat von ihnen erwartet. Diese Verbindung zwischen den Erzählungen sorgt immer wieder für kleine „Mindblown“-Momente. Vieles macht wütend, weil die beschriebenen Situationen real sind – Situationen, die jede Frau kennt. Aber überwiegend ist es ein Fest: böse, lustig, clever.  Penismuseum ist wie ein Spiegel, der uns zeigt: Was wollen wir? Was wollen wir nic...

Julie Caplin - Das kleine Zuhause in Prag

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  REZENSION Eigenerwerb Ich habe mich sehr auf den neuen Teil gefreut – Prag als Setting und Leos Wiedersehen aus dem großartigen Vorgänger klangen nach großem Potential. Leider war ich durchweg enttäuscht. Anna als Protagonistin war für mich extrem unsympathisch: ständig im Selbstmitleid, unfähig zu kommunizieren, und ihre „Charakterentwicklung“ am Ende kam völlig aus dem Nichts. Auch Leo hätte durch klare Worte viel Drama ersparen können. Die Grundidee – dass sie sich sechs Jahren nach ihrem Eheaus zufällig wiederbegegnen und erst einmal ihre gemeinsame Vergangenheit ignorieren – wirkte sehr konstruiert und unrealistisch. Prag selbst wurde kaum genutzt: ein paar Sehenswürdigkeiten, das war’s. Auch das Bierbrau-Thema blieb oberflächlich, einzig die Kulinarik kam etwas vor. Die Nebenfiguren wirkten übertrieben perfekt und nahmen zu viel Raum ein. Insgesamt hätte das Buch halb so lang sein können, wenn man das überflüssige Drama weggelassen hätte. Dieser Band hat mich leider...