Ferdinand von Schirach - Der stille Freund
REZENSION
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| Geschenk |
Ich liebe den weichen, unaufgeregten Schreibstil von Ferdinand von Schirach. Dieser feine, zurückhaltende Ton, der nichts erklärt und doch so viel sagt. Auch in Der stille Freund entfaltet er genau diese Wirkung.
In diesem Band erzählt Schirach mehrere Kurzgeschichten, und jede von ihnen klingt, als hätte er sie selbst erlebt. Sie wirken nah, persönlich, beinahe dokumentarisch – und gerade dadurch so eindringlich. Jede einzelne Geschichte hallt nach, auf ihre ganz eigene Weise.
Die Erzählungen sind überwiegend traurig, oft machen sie wütend, manchmal auch fassungslos. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – zeigen sie, wie lang und voll ein Leben sein kann. Wie viel sich in scheinbar kleinen Momenten entscheidet, wie viel Ungesagtes zwischen Menschen steht und wie sehr Schuld, Zufall und Einsamkeit miteinander verwoben sind.
Der stille Freund ist kein Buch, das man einfach zur Seite legt. Es bleibt. Still, aber hartnäckig.
