Jan Beck - Dorn Zimmer 203

 REZENSION


Rezensionsexemplar

Ich habe Dorn Zimmer 203 von Jan Beck innerhalb von sechs Tagen verschlungen – das Buch hat mich wirklich komplett gepackt.

Besonders das zentrale Thema rund um Künstliche Intelligenz fand ich unglaublich spannend. Die Möglichkeiten, die im Buch aufgezeigt werden, sind faszinierend, gleichzeitig aber auch beunruhigend, weil sie gar nicht so weit von unserer Realität entfernt wirken. Vor allem die Fragen nach dem moralischen Kompass einer KI und den möglichen Konsequenzen haben mich sehr beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. Genau diese Mischung aus Faszination und unterschwelliger Angst macht für mich einen großen Teil der Atmosphäre aus.

Auch die Mordfälle waren extrem fesselnd – vor allem durch ihre psychische Brutalität. Ich hatte wirklich bis zum Schluss keine Ahnung, in welche Richtung sich die Auflösung entwickeln würde, was die Spannung konstant hochgehalten hat.

Allerdings hat mir der klassische Ermittlungsaspekt etwas gefehlt. Die Arbeit von Dorn und Lea Wagner kam für mein Empfinden zu kurz, was ich im Vergleich zum ersten Band etwas schade fand.

Das Ende konnte mich ebenfalls nicht ganz überzeugen, auch wenn deutlich wird, dass hier eine Überleitung zum finalen Band der Reihe geschaffen werden soll. Die Handlung rund um Karl Wagner hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen: Einerseits ist das Thema Machtmissbrauch durchaus interessant, andererseits wirkte es stellenweise wie ein Lückenfüller und nicht vollständig in die Haupthandlung integriert.

Insgesamt ist es dennoch ein sehr spannender Thriller mit einem tollen Schreibstil und einem starken Setting. Für mich persönlich hätte es allerdings etwas mehr klassische Ermittlungsarbeit sein dürfen.



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