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Gazelle&Gialu - Never not changing

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  REZENSION Rezensionsexemplar Als langjährige Followerin von Gazelle und Gialu auf TikTok habe ich mich unglaublich auf 'Never not changing' gefreut. Die beiden schaffen es immer wieder, komplexe Themen rund um Querness verständlich, authentisch und nahbar zu vermitteln. Ihr Content hat mir in den letzten Jahren viel beigebracht - sei es über Pronomen, Deadnames oder darüber, wie ich als priviligierte cis Person queere Menschen besser unterstützen und verstehen kann. Das Buch selbst ist wunderschön gestaltet, und besonders das Detail mit der Pride-Flagge als Edge finde ich großartig. Inhaltlich ist es genauso offen, ehrlich und berührend geschrieben, wie ich es erwartet habe. Allerdings muss ich sagen, dass ich kaum Neues erfahren habe. Fast alle Themen und Erlebnisse waren mir bereits aus ihren TikToks bekannt, wenn auch einige hier ausführlicher und tiefgehender geschildert werden. Ich würde 'Never not changing' besonders Menschen empfehlen, die sich neu mit Querness...

Maja Lunde - Für immer

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  REZENSION Rezensionsexemplar Maja Lunde widmet sich in 'Für immer' einer faszinierenden Thematik: dem Stillstand der Zeit. Die Idee hinter dem Roman hat mich sofort gepackt, denn sie regt intensiv zum Nachdenken an. Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, wie ich selbst in einer solchen Situation handeln würde und welche Konsequenzen ein Leben ohne Zeit für die Gesellschaft, aber auch für das Individuum hätte. Dieses Gedankenexperiment hat für mich einen großen Reiz des Buches ausgemacht. Leider blieb der Roman hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die verschiedenen Charaktere und ihre individuellen Arten, mit dem Stillstand der Zeit umzugehen, waren zwar interessant, doch ich hatte das Gefühl, dass das Thema nicht in seiner ganzen Tiefe ausgelotet wurde. Besonders schade fand ich, dass der Fokus fast ausschließlich auf negativen Aspekten lag - hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht. Welche positiven Seiten könnte ein Leben ohne Zeit haben? Dieser Gedanke wurde ...

Svea Lenz - Lebensträume

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  REZENSION Rezensionsexemplar Lebensträume von Svea Lenz entführt die Leser*innen in die Welt der jungen Ärztin Vicky und begleitet sie über einen Zeitraum von ungefähr 10 Jahren. Diese lange Zeitspanne ermöglicht es, Vickys Entwicklung zur Ärztin intensiv mitzuerleben - mit allen Höhen und Tiefen. Besonders gelungen finde ich, wie das Buch sich Zeit nimmt, um die Geschichte detailliert zu erzählen. Man bekommt so viele Facetten der Handlung mit, was dem ganzen eine gewisse Tiefe verleiht. Auf der anderen Seite fehlte mir manchmal ein wenig der Nervenkitzel. Die Erzählweise ist eher ruhig und gemächlich, wodurch zwar eine besondere Atmosphäre entsteht, aber die Spannung gelegentlich auf der Strecke bleibt. Ein großer Pluspunkt ist das historische Setting. Svea Lenz schafft es, geschichtliches Wissen sehr spielerisch und leicht in die Handlung einfließen zu lassen. Dadurch wirkt die Geschichte authentisch und lebendig. Allerdings wurde es mir gerade zum Ende hin etwas zu viel. Der ...

Takis Würger - Für Polina

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  REZENSION Rezensionsexemplar Es gibt Bücher, die einen berühren, mitreißen und nicht mehr loslassen - 'Für Polina' ist genau so ein Buch. Innerhalb von zwei Tagen habe ich es verschlungen, weil ich es einfach nicht weglegen konnte. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und mich auch dann nicht losgelassen, wenn ich gerade nicht gelesen habe. Jetzt, nach dem letzten Satz, weiß ich: Es ist mein Lieblingsbuch des Autors. Takis Würger erzählt die Geschichte von Hannes, einem Jungen, der die Welt auf eine ganz besondere Weise wahrnimmt - als Musik. Sein Gehör ist außergewöhnlich, und Töne sind für ihn nicht nur Klänge, sondern Leben. An seiner Seite wächst Polina auf, seine beste Freundin, seine Seelenverwandte. Doch das Leben geht seine eigenen Wege, und so verlieren sich die beiden immer wieder aus den Augen, bis der Kontakt schließlich ganz abbricht. Jahre später bleibt Hannes nur ein einziger Weg, um seine Polina wiederzufinden: die Musik. Was dieses Buch so besonders ...

Jan Beck - Dorn - Zimmer 103

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REZENSION Eigenerwerb ''Dorn - Zimmer 103'' ist eines der besten Bücher, die ich seit langer, langer Zeit gelesen habe! Von der ersten bis zur letzten Seite war es unfassbar spannend, voller Wendungen, die mich immer wieder aufs Neue überrascht haben.  Besonders beeindruckend war, wie verwirrend und gleichzeitig fesselnd die Geschichte teilweise war. Zwischendurch war sogar meine Verwirrung verwirrt - und das hat einfach Spaß gemacht.  Bis zum Schluss hatte ich absolut keine Ahnung, worauf alles hinauslaufen würde - und genau das hat dieses Buch so besonders und zu einem echten Highlight gemacht. Die Auflösung war klug durchdacht und einfach großartig umgesetzt. Aufgrund der Vielzahl an Charakteren und deren Perspektiven, fiel es mir am Anfang ein wenig schwer, in die Geschichte hineinzufinden, aber genau das hat es am Ende so packend und raffiniert gemacht.  Mit ''Dorn'' startet Jan Beck eine neue Reihe rund um die Ermittler Simon Dorn und Lea Wagner. B...

Martin Krist - Henkersbeil

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  REZENSION Eigenerwerb Wie gewohnt überzeugt Martin Krist mit seinem schnellen Erzählstil und kurzen Kapiteln, die ein hohes Tempo und viel Spannung erzeugen. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten, und die Geschichte beginnt vielversprechend. Allerdings hat mich überrascht, dass sich die Handlung nach einem starken Start auf einmal auf zwei Fälle verteilt. Der ursprünglich zentrale Fall rückte dadurch in den Hintergrund, und ich war unsicher, ob dies bewusst so konstruiert wurde oder ob die Geschichte einfach eine unerwartete Wendung genommen hat. Erst auf der letzten Seite wurde klar, dass es im nächsten Band weitergeht - möglicherweise klären sich dort offene Fragen. Im Moment wirkte es jedoch eher so, als hätte die Handlung zwischendrin eine neue Richtung eingeschlagen. Was mir leider das Lesevergnügen deutlich getrübt hat, waren die zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Diese traten so häufig auf, dass sie den Lesefluss gestört und das Buch unnötig unprofession...

Daniel Glattauer - In einem Zug

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  REZENSION Eigenerwerb Der Klappentext von Daniel Glattauers 'In einem Zug' versprach eine anregende Auseinandersetzung mit Themen wie Liebe, Leidenschaft und Beziehungsmodellen - genau das, worüber ich gerne nachdenke und diskutiere. Mit großer Vorfreude begann ich den Roman, doch leider blieb die Lektüre weit hinter meinen Erwartungen zurück. Die Dialoge, auf die ich mich am meisten gefreut hatte, erwiesen sich als enttäuschend: oberflächlich, kurz und ohne Tiefe. Es kam nie zu einer echten Diskussion oder einem Austausch, der zum Nachdenken angeregt hätte. Stattdessen blieb alles blass und größtenteils unpersönlich - eine vergebene Chance angesichts der interessanten Thematik. Die Figuren empfand ich als schwierig, insbesondere den Autor Eduard Brünnhofer. Seine Art wirkte auf mich arrogant und hochnäsig, geprägt von Ansichten, die eher einem überholten, klischeehaften Bild eines ''alten weißen Mannes'' entsprechen. Dadurch fehlte es dem Roman an Aktualität ...