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Es werden Posts vom Januar, 2026 angezeigt.

Daniel Donskoy - Brennen

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  REZENSION Eigenerwerb Brennen hat mich vor allem über seinen Stil abgeholt. Der Text ist stellenweise laut und schnell, dann wieder ruhig, weich und traurig. Diese Wechsel haben sich für mich sehr stimmig angefühlt und mich gut durch das Buch getragen. Die vielen Zeitsprünge und die fragmentarische Erzählweise haben mir gefallen. Es wirkt chaotisch, aber auf eine bewusste Art – frisch, lebendig und sehr passend zu Daniel Donskoy. Die einzelnen Geschichten sind mal witzig, oft skurril und dann wieder unerwartet traurig und nachdenklich. Besonders mochte ich, wie selbstverständlich Euphorie und Tiefe nebeneinanderstehen. Das fühlte sich nicht konstruiert an, sondern ehrlich, wie das echte Leben. Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn mich nicht jede Szene gleich stark berührt hat.

Ferdinand von Schirach - Der stille Freund

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  REZENSION Geschenk Ich liebe den weichen, unaufgeregten Schreibstil von Ferdinand von Schirach. Dieser feine, zurückhaltende Ton, der nichts erklärt und doch so viel sagt. Auch in Der stille Freund entfaltet er genau diese Wirkung. In diesem Band erzählt Schirach mehrere Kurzgeschichten, und jede von ihnen klingt, als hätte er sie selbst erlebt. Sie wirken nah, persönlich, beinahe dokumentarisch – und gerade dadurch so eindringlich. Jede einzelne Geschichte hallt nach, auf ihre ganz eigene Weise. Die Erzählungen sind überwiegend traurig, oft machen sie wütend, manchmal auch fassungslos. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – zeigen sie, wie lang und voll ein Leben sein kann. Wie viel sich in scheinbar kleinen Momenten entscheidet, wie viel Ungesagtes zwischen Menschen steht und wie sehr Schuld, Zufall und Einsamkeit miteinander verwoben sind. Der stille Freund ist kein Buch, das man einfach zur Seite legt. Es bleibt. Still, aber hartnäckig.

Kyra Groh - Fake Dates and Fireworks

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  REZENSION Geschenk Ich liebe das Enemies to Lovers -Trope und war deshalb unglaublich gespannt auf dieses Buch. Die Prämisse mit dem Vertrag, sich ausschließlich zu Silvester zu treffen, hat mich sofort neugierig gemacht – genauso wie der Klappentext. Frischer Wind im Romance-Genre? Absolut. Zu Beginn ging mir Becca ehrlich gesagt etwas auf die Nerven, weil ich sie als naiv wahrgenommen habe. Doch je weiter ich gelesen habe, desto klarer wurde mir, wie schwer es ist, toxisches Verhalten zu erkennen, wenn man selbst mittendrin steckt und verliebt ist. Genau darin liegt für mich eine der zentralen Aussagen des Buches. Ab diesem Punkt habe ich Becca immer besser verstanden – und mich teilweise sogar selbst in ihr wiedergefunden. Besonders gefallen haben mir die ernsten Themen, die nicht nur zum Mitfühlen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Der Umgang mit dem Thema Therapie war sensibel und wohltuend dargestellt. Gleichzeitig überzeugt das Buch mit Humor, der mich immer wieder zu...